Wer DocuSign verlässt, hat vor allem ein Archiv- und Integrationsprojekt vor sich, kein Signaturprojekt. Nebenbei lässt sich dabei die Datenhaltung klären: DocuSign legt die Rechenzentrumsregion eines Kontos bei der Einrichtung fest und verschiebt Daten danach nicht mehr zwischen Regionen. Ein bestehendes Archiv kommt also nur durch eine Migration an einen anderen Ort.
Was ein DocuSign-Archiv tatsächlich enthält.
Jeder abgeschlossene Umschlag besteht aus einem oder mehreren unterschriebenen Dokumenten und dem Prüfpfad, der festhält, wer wann unterschrieben hat. In den eSignature-Tarifen ist das schon der ganze Datensatz. Termine, Werte und Kündigungsfristen stehen im PDF und nicht in Feldern, denn Extraktion und Fristenverfolgung gibt es erst mit einem IAM-Tarif. fynk liest jedes importierte Dokument und liefert diese Angaben als Daten zurück. Dafür verbraucht es die monatlichen KI-Credits (150 pro Nutzer in Essential, 250 in Business), ein großes Archiv importiert ihr also besser in Etappen oder plant zusätzliche Credits ein.
Richtet den Export an der DocuSign-Verlängerung aus.
Die Jahrestarife von DocuSign binden euch für zwölf Monate: Business Pro kostet 456 € pro Nutzer und Jahr, Standard 276 €. Die eigentliche Frist ist dort der Verlängerungstermin. Fragt vorher bei DocuSign nach, wie ihr abgeschlossene Umschläge samt Prüfpfaden gesammelt exportiert, probiert den Export an einer Stichprobe aus und gleicht die Anzahl mit dem Konto ab. Mit einem IAM-Tarif stellt dieselbe Frage für die ausgelesenen Felder und Fristen, denn ein Ordner voller PDFs nimmt sie nicht mit.
Sucht alles, was über die DocuSign API verschickt wird.
Die eSignature-REST-API gehört zu jedem eSignature-Tarif von DocuSign. Webformulare, Anmeldestrecken im eigenen Produkt oder Skripte verschicken deshalb womöglich Umschläge, die das Vertragsteam nie sieht, und jeder dieser Versände zählt zum Kontingent. Listet sie auf, bevor irgendetwas umzieht. In fynk gibt es REST-API, Webhooks und die native HubSpot-Integration ab Business, die Konnektoren für Salesforce und Pipedrive ab Essential. Microsoft Dynamics gehört nicht zu den nativen CRM-Integrationen von fynk. Ein Ablauf auf der Dynamics-Integration von DocuSign ist deshalb der erste, den ihr genauer prüfen solltet.
Versender merken den Wechsel, Gegenparteien kaum.
In Standard und Business Pro hat jeder Nutzer 100 Umschläge im Jahr, jeder weitere wird nach Verbrauch abgerechnet. fynk kennt kein Dokumentkontingent, nur eine Fair-Use-Regel. Wer im Vertrieb oder in der Personalabteilung am meisten verschickt, muss also kein Kontingent mehr im Blick behalten. Gegenparteien bekommen weiterhin eine E-Mail, öffnen das Dokument und unterschreiben. Ob die Signatur trägt, entscheiden ihr eIDAS-Niveau und der Prüfpfad, nicht der Markenname in der E-Mail. Die QES steht in jedem fynk-Tarif zur Verfügung, bei DocuSign ist sie ein Add-on ab 10 € pro Empfänger.
Wo der Wechsel von DocuSign wirklich nicht passt.
Bleibt bei DocuSign, wenn ihr überwiegend außerhalb Europas unterschreiben lasst und Gegenparteien andere Sprachen als Deutsch und Englisch brauchen (DocuSign bietet 44 Signatursprachen, fynk zwei), wenn ihr auf Online-Beglaubigung in den USA angewiesen seid, wenn der Einkauf einen SOC-2-Typ-II-Bericht verlangt (fynk hat nur ISO 27001), oder wenn ein bestehendes Setup mit DocuSign IAM oder CLM für euch funktioniert. In diesen Fällen kostet die Migration echten Aufwand und bringt wenig zurück. Das lest ihr besser hier als drei Monate nach dem Start einer Einführung.