DocuSign-Umschläge: was zählt, was „unbegrenzt“ heißt und was QES kostet
Markus Presle
Veröffentlicht · 9 Minuten Lesezeit

DocuSign eSignature Standard und Business Pro enthalten bei jährlicher Abrechnung 100 Umschläge pro Nutzer und Jahr, bei monatlicher Abrechnung 10 pro Nutzer und Monat. Ein Umschlag zählt, sobald er verschickt ist, egal ob jemand unterschreibt. Wer mehr braucht, kann in den DocuSign-Kontoeinstellungen unter „Pläne und Abrechnung“ Umschläge dazukaufen. Die IAM-Pläne Standard und Professional bieten unbegrenzte Umschläge, aber nur über die Web- und Mobile-App. Alles, was per API, Partner-Integration, Massensendung, PowerForm oder Webformular rausgeht, wird auf ein eigenes Kontingent von 100 automatisierten Sendungen pro Nutzer und Jahr angerechnet. Die qualifizierte elektronische Signatur (QES) ist in keinem dieser Pläne enthalten: Sie kostet als Add-on ab 10 € pro Empfänger.
Standard und Business Pro: 100 Umschläge pro Nutzer und Jahr. Das sind gut 8 Umschläge pro Nutzer und Monat. PowerForms zählen mit, und angerechnet wird schon beim Versand, auch wenn niemand unterschreibt.
Bei IAM gilt „unbegrenzt“ nur für die App. Was du bei IAM Standard und Professional aus der Web- oder Mobile-App verschickst, ist unbegrenzt. Für alles, was eine Integration, eine Massensendung oder ein Formular verschickt, gibt es 100 automatisierte Sendungen pro Nutzer und Jahr.
QES kostet extra. In Personal, Standard und Business Pro ist die qualifizierte elektronische Signatur ein kostenpflichtiges Add-on ab 10 € pro Empfänger. Die fortgeschrittene Signatur (AES) gibt es dort nur über den Vertrieb.
Was bei DocuSign ein Umschlag ist
DocuSign rechnet in Umschlägen ab. Ein Umschlag ist ein einzelner Versand zur Unterschrift und kann mehrere Dokumente und Unterzeichner enthalten.
Wie schnell das Kontingent aufgebraucht ist, hängt an zwei Regeln aus den FAQ von DocuSign:
- Ein Umschlag zählt nur einmal, egal wie viele Dokumente, Felder und Unterzeichner er enthält. DocuSign schreibt, er zähle „lediglich als ein Umschlag innerhalb des Kontingents“.
- Schon der Versand zählt. Ein Umschlag wird angerechnet, sobald er verschickt ist, „unabhängig davon, ob der Umschlag unterzeichnet oder ausgefüllt ist“. Korrigierst du ihn vor der Fertigstellung, zählt er nicht noch einmal. Ein abgelehnter Vertrag, den du in einem neuen Umschlag erneut verschickst, zählt dagegen doppelt.
Umschläge und Preise je DocuSign-Plan
Die Preise stammen von DocuSigns deutscher Preisseite und gelten bei jährlicher Abrechnung, zuzüglich eventuell anfallender Steuern.
| Plan | Preis pro Monat | Enthaltene Umschläge |
|---|---|---|
| eSignature Personal | 9 € | 5 pro Monat |
| eSignature Standard | 23 € pro Nutzer | 100 pro Nutzer und Jahr (10 pro Nutzer und Monat bei Monatsplänen) |
| eSignature Business Pro | 38 € pro Nutzer | 100 pro Nutzer und Jahr (10 pro Nutzer und Monat bei Monatsplänen) |
| IAM Starter | 36 € pro Nutzer | 100 Umschläge pro Nutzer und Jahr, egal über welchen Versandweg |
| IAM Standard | 41 € pro Nutzer, mind. 3 Nutzer | Unbegrenzt über Web- und Mobile-App, dazu 100 automatisierte Sendungen pro Nutzer und Jahr |
| IAM Professional | 70 € pro Nutzer, mind. 3 Nutzer | Unbegrenzt über Web- und Mobile-App, dazu 100 automatisierte Sendungen pro Nutzer und Jahr |
| Erweiterte Pläne und Enterprise | Auf Anfrage | Im Vertrag festgelegt |
Automatisiert verschicken kann außerdem nicht jeder Plan. Bei eSignature gibt es PowerForms, Massensendungen und Webformulare erst ab Business Pro. Bei IAM kommen Webformulare, PowerForms und Massensendungen erst mit Professional, und die API gibt es in allen IAM-Plänen nur über den Vertrieb.
Was bei IAM als automatisierte Sendung zählt
Was als automatisierte Sendung gilt und damit nicht unter „unbegrenzt“ fällt, listet DocuSign auf seiner englischsprachigen Seite zu den Plan-Kontingenten auf:
- Versand zur Unterschrift per API oder über eine selbst entwickelte Integration
- Versand per API oder Integration eines Drittanbieters, bei IAM Standard und IAM Professional
- Ein Workflow im Workflow Builder, der per API oder Integration gestartet wird und eine Vereinbarung zur Unterschrift verschickt
- Massensendungen (Bulk Send): Jeder Umschlag, der unterschrieben werden soll, zählt als eine Sendung, also eine pro ausgefüllter Zeile in der Datei
- Ein Webformular oder eine PowerForm, über die ein Dokument zur Unterschrift verschickt wird
Unbegrenzt bleiben nur der Versand aus der Web- oder Mobile-App und Workflows, die du in der App startest.
In der Praxis heißt das: Ein Team mit IAM Standard, das Verträge selbst aus der App verschickt, hat kein Limit. Bindet dasselbe Team sein CRM an oder verschickt es Verlängerungsschreiben per Massensendung, hat es dafür zusammen nur 100 Sendungen pro Nutzer und Jahr. Bei drei Nutzern sind das 300 automatisierte Umschläge im Jahr, also 25 im Monat.
Was passiert, wenn das Kontingent aufgebraucht ist
Laut DocuSigns deutschen FAQ kaufst du dann Umschläge dazu: „Melden Sie sich hierzu bei Ihrem Konto an und gehen Sie auf der Registerkarte ‚Einstellungen‘ zum Abschnitt ‚Pläne und Abrechnung‘. Dort können Sie zusätzliche Umschläge kaufen und sofort versenden.“ Einen Preis pro Umschlag nennt die Preisseite nicht.
Beliebig viel nachkaufen kannst du aber nicht: „Das Sendevolumen unterliegt unserer Richtlinie zur angemessenen Nutzung. Wir können die Versendung neuer Umschläge aussetzen, wenn Ihr Sendevolumen die angemessene Nutzung überschreitet.“
Mehr automatisierte Sendungen gibt es bei IAM nur über zusätzliche Nutzerlizenzen oder eine Vereinbarung mit dem Vertrieb. Lass dir den Preis für zusätzliche Umschläge und Sendungen also schriftlich bestätigen, bevor du unterschreibst.
Bevor du dich für ein Jahr bindest, noch zwei Punkte aus den FAQ: Einen Jahresplan von docusign.com bekommst du innerhalb von 30 Tagen nach dem Kauf erstattet, allerdings nur einmal pro Kunde. Und jedes Abo verlängert sich automatisch, ein Jahresplan also um ein weiteres Jahr.
Was QES und Identitätsprüfung bei DocuSign kosten
Für Unternehmen in der EU fällt dieser Posten oft stärker ins Gewicht als die Umschläge. Auf DocuSigns deutscher Preisseite sieht das so aus:
| Signaturstufe | Personal, Standard, Business Pro | Erweiterte Pläne |
|---|---|---|
| Einfache elektronische Signatur (SES) | Inklusive | Inklusive |
| Fortgeschrittene elektronische Signatur (AES) | Nur über den Vertrieb | Inklusive |
| Qualifizierte elektronische Signatur (QES) | Kostenpflichtiges Add-on, 10 € pro Empfänger | Nur über den Vertrieb |
Auch in den IAM-Plänen kostet QES extra. Wer die Identität der Unterzeichner prüfen lässt, zahlt laut Preisseite ab 2,35 € pro Ausweis.
Ein Rechenbeispiel: Ein Vertrag mit zwei Unterzeichnern, die beide qualifiziert unterschreiben, kostet bei 10 € pro Empfänger 20 € extra. Bei 50 solchen Verträgen im Jahr kommen 1.000 € zu den Lizenzen dazu.
Wie sich DocuSigns Kontingente verändert haben
Auf der Seite zu den Plan-Kontingenten führt DocuSign auch Buch darüber, wie sich die Kontingente verändert haben. Das gilt für Pläne, die über den Vertrieb gekauft wurden:
| Vertragsbeginn ab | Änderung |
|---|---|
| 28. August 2024 | IAM Standard, Professional, Enterprise, IAM for Sales und IAM for CX: automatisierte Sendungen von 50 auf 100 pro Nutzer und Jahr erhöht. Bei Enterprise, Sales und CX zählen Sendungen aus Drittanbieter-Integrationen nicht mehr mit |
| 21. November 2025 | Keine Grenze mehr für laufende Vereinbarungen im Agreement Manager. Das Kontingent von 100 automatisierten Sendungen pro Nutzer und Jahr bleibt und gilt gemeinsam für das ganze Konto |
| 20. Februar 2026 | IAM Enterprise, IAM for Sales und IAM for CX: neues Kontingent von 200 Sendungen pro Nutzer und Jahr aus Drittanbieter-Integrationen, gemeinsam für das ganze Konto |
Es ging also nicht nur in eine Richtung: 2024 hat DocuSign das Kontingent für automatisierte Sendungen verdoppelt, 2026 dafür Sendungen aus Drittanbieter-Integrationen gedeckelt, die in den großen Plänen bis dahin gar nicht mitzählten.
So planst du deinen Umschlagbedarf bei DocuSign
- Rechne pro Jahr, nicht pro Monat. Bei Standard und Business Pro sind 100 Umschläge pro Nutzer und Jahr gut 8 pro Monat. Ein Team mit drei Nutzern, das 50 Verträge im Monat verschickt, braucht 600 Umschläge im Jahr, also 300 mehr als enthalten.
- Frag nach dem Preis für zusätzliche Umschläge. Die Preisseite nennt ihn nicht, und in einem Jahr mit vielen Verträgen macht genau er den Unterschied.
- Kläre, ob das Kontingent für das ganze Team gilt. Bei Plänen, die über den Vertrieb gekauft wurden, teilen sich laut DocuSign alle Nutzer ein Kontingent, und bei mehrjährigen Verträgen gilt es für die gesamte Laufzeit. Frag nach, ob das auch für einen online gekauften Plan gilt.
- Rechne bei IAM manuellen und automatisierten Versand getrennt. Die unbegrenzten Umschläge aus der App gelten nicht für deine CRM-Integration, Massensendungen oder Formulare.
- Plane QES pro Empfänger ein. Wer Verträge qualifiziert unterschreiben lässt, zahlt bei DocuSign für jeden Empfänger extra.
- Bündle, was zusammengehört. Gehen Angebot, Vertrag und AV-Vertrag an dieselben Personen, verschick sie in einem Umschlag. Der zählt nur einmal.
Was DocuSign hier gut macht
Fairerweise: Das Modell hat auch Stärken. Ein Umschlag darf beliebig viele Dokumente und Unterzeichner enthalten. Wer zusammengehörige Dokumente bündelt, spart also Umschläge. Korrekturen vor der Fertigstellung kosten keinen zusätzlichen Umschlag. Bei IAM Standard und Professional ist alles, was du selbst aus der App verschickst, tatsächlich unbegrenzt. Bei Plänen, die über den Vertrieb gekauft wurden, teilen sich alle Nutzer ein Kontingent. Wer viel verschickt, nutzt also mit, was andere im Team übrig lassen. Und DocuSign legt bis auf die einzelne Zeile einer Massensendung offen, was als automatisierte Sendung zählt. Das machen nicht viele Anbieter.
Wer die meisten Verträge selbst verschickt, unter acht pro Person und Monat bleibt und keine QES braucht, kommt mit den enthaltenen Umschlägen gut aus.
Wie fynk Signaturen zählt
Transparenzhinweis: fynk ist unser Produkt.
fynk hat kein Umschlag-Kontingent. Jeder Plan, auch Free, enthält unbegrenzt viele Dokumente und E-Signaturen, bei Free und Essential gelten für verwaltete Dokumente Fair-Use-Limits. Einfache, fortgeschrittene und qualifizierte Signaturen (SES, AES und QES) sind in jedem Plan enthalten, ohne Aufpreis pro Empfänger. QES stellt fynk innerhalb der Fair-Use-Limits kostenlos bereit. Darüber hinaus behält sich fynk laut Leistungsbeschreibung vor, QES nach vorheriger Ankündigung zu berechnen. Die REST-API, Webhooks und die Zapier-Integration gibt es im Business-Plan für 39 € pro Nutzer und Monat bei jährlicher Abrechnung. Was darüber verschickt wird, zählt fynk ebenfalls nicht. fynk wird in der EU gehostet.
Treiben Umschläge oder QES-Gebühren deine DocuSign-Rechnung in die Höhe, geht es in den DocuSign-Alternativen und im Vergleich fynk vs DocuSign um alles Weitere: Signaturstufen, Hosting und Vertragsmanagement nach der Unterschrift.
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Quellen
Geprüft am 22. Oktober 2026.
- Docusign, eSignature Pläne und Preise: Preise, Umschlag-Kontingente, Definition eines Umschlags, Kauf zusätzlicher Umschläge, angemessene Nutzung, QES- und AES-Verfügbarkeit, Identitätsprüfung, Rückerstattung und automatische Verlängerung.
- Docusign, IAM Pläne und Preise: IAM-Preise und Mindestnutzer, unbegrenzte Umschläge über Web- und Mobile-App, automatisierte Sendungen, QES als Add-on.
- Docusign, IAM plan allowances and included features (englisch): was als automatisierte Sendung zählt, gemeinsames Kontingent, mehrjährige Laufzeiten und das datierte Änderungsprotokoll.
- fynk, Preise: Dokumente, E-Signaturen und Signaturstufen je Plan, API und Zapier im Business-Plan.
Hat sich eine Zahl geändert? Schreib uns an [email protected], dann prüfen wir nach.
Häufige Fragen
eSignature Standard und Business Pro enthalten bei jährlicher Abrechnung 100 Umschläge pro Nutzer und Jahr, bei monatlicher Abrechnung 10 pro Nutzer und Monat. Personal enthält 5 pro Monat. IAM Standard und Professional enthalten unbegrenzte Umschläge über Web- und Mobile-App und 100 automatisierte Sendungen pro Nutzer und Jahr.
Ein Umschlag ist ein einzelner Versand zur Unterschrift mit einem oder mehreren Dokumenten. Er zählt nur einmal, egal wie viele Dokumente, Felder und Unterzeichner er enthält, und er zählt ab dem Versand, auch wenn niemand unterschreibt. Korrekturen vor der Fertigstellung zählen nicht erneut.
Du kaufst in den DocuSign-Kontoeinstellungen unter „Pläne und Abrechnung“ Umschläge dazu. Einen Preis pro Umschlag nennt die Preisseite nicht. Außerdem kann DocuSign den Versand neuer Umschläge aussetzen, wenn du mehr verschickst, als die Richtlinie zur angemessenen Nutzung vorsieht.
Nur die, die du über die Web- oder Mobile-App verschickst. Was per API, Partner-Integration, Massensendung, PowerForm oder Webformular rausgeht, zählt als automatisierte Sendung. Davon enthalten IAM Standard und Professional 100 pro Nutzer und Jahr.
In Personal, Standard und Business Pro ist QES ein kostenpflichtiges Add-on ab 10 € pro Empfänger. Auch in den IAM-Plänen kostet QES extra. Die fortgeschrittene Signatur (AES) gibt es in Personal, Standard und Business Pro nur über den Vertrieb.
Ja. Bei IAM zählt jeder Umschlag einer Massensendung, der unterschrieben werden soll, als eine automatisierte Sendung, also eine pro ausgefüllter Zeile der Datei. Massensendungen gibt es bei eSignature erst ab Business Pro, bei IAM erst ab Professional.
Bei jährlicher Abrechnung kostet eSignature Standard 23 € und Business Pro 38 € pro Nutzer und Monat. IAM Starter kostet 36 €, IAM Standard 41 € und IAM Professional 70 € pro Nutzer und Monat, die letzten beiden mit mindestens drei Nutzern. Dazu können Steuern kommen.
Ja, zum Beispiel fynk, das diesen Artikel herausgibt. Jeder fynk-Plan enthält unbegrenzt viele Dokumente und E-Signaturen, bei Free und Essential mit Fair-Use-Limits. SES, AES und QES sind ohne Aufpreis pro Empfänger dabei, QES innerhalb der Fair-Use-Limits. API und Zapier gibt es im Business-Plan für 39 € pro Nutzer und Monat bei jährlicher Abrechnung.
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