Claude legal plugin: Was es kann und wo es aufhört
Rezvan Golestaneh
Veröffentlicht · 8 Minuten Lesezeit

Das Claude legal plugin übernimmt eine erste Vertragsprüfung, ordnet eingehende NDAs ein und bereitet Antworten auf rechtliche Anfragen vor. Direkt in Claude, für deine Rechtsabteilung.
- Fünf Befehle decken Playbook-Prüfung, NDA-Einstufung, Lieferantenchecks, Briefings und Antworten ab.
- Das Plugin ist kostenlos. Für Cowork brauchst du einen kostenpflichtigen Claude-Tarif.
- Das Standard-Playbook folgt US-Recht. Für EU-Verträge musst du es überarbeiten.
- Lieferantenchecks und Fristenübersichten funktionieren nur, wenn deine Vertragsdaten angebunden sind.
- Jedes Ergebnis ist ein Entwurf, den ein Anwalt prüfen muss.
Das Claude legal plugin ist eine kostenlose Open-Source-Sammlung von Befehlen für Claude Cowork. Es prüft Verträge anhand deines Playbooks, ordnet NDAs ein, prüft Lieferanten und entwirft rechtliche Briefings und Antworten. Du installierst es über den Plugin-Marktplatz in Cowork. Es läuft auch in Claude Code.
Zwei Dinge vorweg: Jedes Ergebnis ist ein Entwurf für die anwaltliche Prüfung. Und das Plugin kennt nur die Verträge, auf die du ihm Zugriff gibst.
Was ist das Claude legal plugin?
Das Claude legal plugin ist Anthropics Assistenz für die erste juristische Prüfung in Rechtsabteilungen: für Handels- und Produktrecht, Datenschutz, Compliance und die Unterstützung bei Rechtsstreitigkeiten. Es gibt Claude wiederverwendbare Anweisungen wie „Vergleiche diesen Entwurf mit unseren Regeln“, „Prüfe diesen Lieferanten“ oder „Bereite diese Antwort vor“. Die Regeln und Unterlagen lieferst weiterhin du.
Dabei wird es leicht mit zwei anderen Veröffentlichungen von Anthropic verwechselt:
| Veröffentlichung | Was dahintersteckt | Veröffentlicht |
|---|---|---|
| Legal Plugin | Fünf allgemeine juristische Befehle für Cowork und Claude Code | Vor Mai 2026 |
| Claude for Legal | 12 Plugins für einzelne Rechtsgebiete und mehr als 20 Konnektoren zu juristischer Software | 12. Mai 2026 |
| Legal Artifacts | Vorgefertigte Boards und Tabellen, etwa ein Board für Abweichungen vom Playbook | 28. Oktober 2026 |
Was kann das Claude legal plugin?
Das Plugin ergänzt Claude um fünf Befehle:
| Befehl | Was er macht | Womit du ihn ausprobieren kannst |
|---|---|---|
/review-contract | Prüft einen Vertrag Klausel für Klausel gegen dein Playbook, markiert jede Klausel mit „GREEN“, „YELLOW“ oder „RED“ und schlägt Änderungen vor | „Wir sind der Kunde. Konzentriere dich auf Haftung und Verlängerung.“ |
/triage-nda | Ordnet eine eingehende NDA einer Standardfreigabe, anwaltlichen Prüfung oder vollständigen Prüfung zu | Eine NDA, die gerade jemand aus dem Vertrieb erhalten hat |
/vendor-check | Listet bestehende NDAs, MSAs und DPAs mit einem Lieferanten auf, samt Ablaufdaten und wesentlichen Bedingungen | /vendor-check Northwind |
/brief | Erstellt ein tägliches, themenbezogenes oder auf einen Vorfall bezogenes Briefing | /brief daily für die Kündigungstermine dieser Woche |
/respond | Entwirft Antworten anhand deiner Vorlagen, etwa auf ein Betroffenenersuchen oder eine NDA-Anfrage | /respond data-subject-request |

Was funktioniert allein, und wofür braucht das Plugin deine Vertragsdaten?
Einige Befehle brauchen nur das vorliegende Dokument. Andere brauchen deine gesamte Vertragshistorie.
Funktioniert mit einem einzelnen Dokument:
/review-contractfür einen Vertrag, den du hochlädst oder einfügst./triage-ndafür eine eingehende NDA./respondmit den Vorlagen, die du eingerichtet hast.
Braucht Zugriff auf deine Vertragsdaten:
/vendor-check, weil der Befehl alle Vereinbarungen mit dem jeweiligen Lieferanten sehen muss./brieffür Fristenübersichten, weil dafür Vertragsenden und Kündigungsfristen nötig sind.
Ohne angebundene Vertragsdaten sagt dir das Plugin, was es nicht prüfen konnte, und schlägt eine manuelle Prüfung vor.
Was kostet das Claude legal plugin?
Das Plugin selbst ist kostenlos. Für die Nutzung in Cowork brauchst du einen kostenpflichtigen Claude-Tarif. Stand Oktober 2026 ist Cowork in Pro, Max, Team und Enterprise enthalten. Plane auch Zeit ein: Jemand muss das Playbook schreiben und freigeben und die Entwürfe prüfen.
Funktioniert das Claude legal plugin für EU-Verträge?
Ja, aber erst nach einer Überarbeitung des Playbooks. Die Standardeinstellungen folgen US-Recht, konkret dem Recht von Delaware, New York und Kalifornien. Den Ländernamen auszutauschen reicht nicht. Dein Vertrags-Playbook braucht freigegebene Regeln für Haftung, Datenschutz, anwendbares Recht, Gerichtsstand und Kündigung.
Diese Bereiche überarbeiten EU-Teams üblicherweise gemeinsam mit ihrem Anwalt:
- Vertragsgestaltung nach lokalem Recht: Zahlungsbedingungen, Unterschrifts- und Formvorgaben sowie NDA-Regelungen zu Geschäftsgeheimnissen und Vertragsstrafen.
Wenn du deine Regeln lieber direkt im Vertragstool als in einer Datei pflegst, macht die KI-Vertragsprüfung von fynk daraus Prüfungen, die du auf jeden Entwurf anwenden kannst.
Frag deinen Vertrag einfach alles.
Woher bekommt das Plugin deine Verträge?
Aus genau zwei Quellen: den Dateien, die du ihm gibst, und den Tools, die du anbindest.
Dateien zu übergeben funktioniert für einzelne Verträge. Für Fragen zu deinem gesamten Vertragsbestand, etwa „Was haben wir mit diesem Lieferanten vereinbart?“ oder „Was verlängert sich im nächsten Quartal?“, braucht Claude eine Verbindung zu dem Ort, an dem deine Verträge liegen. Diese Anbindung lässt Anthropic offen: Das Plugin ist von sich aus mit keinem Vertragsmanagementsystem verbunden.
Liegen deine Verträge in fynk, kannst du fynk mit Claude verbinden, direkt über Claudes Konnektor-Verzeichnis. Claude kann dann deine Verträge und ihre wichtigsten Daten lesen, etwa Vertragsparteien, Vertragsenden und Kündigungsfristen. Es sieht dabei nur die Verträge, auf die deine fynk-Rolle Zugriff hat. Weil fynk diese Daten bereits als Felder speichert und den spätesten Kündigungstermin für dich berechnet, muss Claude sie nicht bei jeder Frage erneut aus einem PDF heraussuchen.
Wo hört das Claude legal plugin auf, und wo übernimmt fynk?
Das Plugin prüft und entwirft. fynk verwaltet den Vertrag vom ersten Entwurf bis zur Verlängerung. Laut Anthropic sollte jedes Ergebnis von einem zugelassenen Anwalt geprüft werden. Für alles, was nach der Prüfung mit dem Vertrag passiert, brauchst du ein System, das ihn verwaltet. Das übernimmt fynk dort, wo das Plugin aufhört:
- Alle Verträge an einem Ort halten. Das Plugin sieht nur, was du anbindest. In fynks Dokumentenzentrale liegt jeder Vertrag in einer aktuellen Version.
- Rechtzeitig an Fristen erinnern. Ein Briefing gibt es nur, wenn jemand danach fragt. fynks Vertragskalender und Erinnerungen benachrichtigen die zuständige Person vor Verlängerungen und Kündigungsterminen.

- Freigaben verbindlich machen. Das Plugin kann eine riskante Klausel markieren, aber niemanden am Unterschreiben hindern. In fynk können Verträge erst unterschrieben werden, wenn alle erforderlichen Freigaben vorliegen.
- Verträge unterschreiben lassen. fynk verschickt Verträge zur elektronischen Signatur auf SES-, AES- oder QES-Niveau nach eIDAS. Unterzeichner brauchen dafür kein Konto.
- Jede Aktivität nachvollziehbar festhalten. fynk protokolliert jeden Aufruf, jede Bearbeitung und jede Signatur in einem manipulationssicheren Prüfpfad.

- Deine Daten in der EU halten. fynk wird in der EU gehostet, in ISO-27001-zertifizierten Rechenzentren. Die gesamte KI-Verarbeitung bleibt in der EU, und deine Daten werden nie zum Training von KI-Modellen verwendet.
So verteilen sich die Aufgaben auf das Plugin, Claude und fynk:
| Aufgabe | Legal Plugin | Claude allein | fynk |
|---|---|---|---|
| Gegen dein Playbook prüfen | Markierungen mit „GREEN“, „YELLOW“ oder „RED“ und Änderungsvorschläge | Vergleicht Text mit den Regeln, die du vorgibst | KI-Prüfung anhand von Playbooks und internen Regeln |
| Alle Verträge an einem Ort halten | Über ein angebundenes System | Über ein angebundenes Tool | Ein zentraler Ort, eine aktuelle Version |
| Verlängerungen und Kündigungstermine verfolgen | Briefings aus angebundenen Vertragsdaten | Geplante Aufgaben in Cowork | Felder, berechnete Termine, Kalender und Erinnerungen |
| Entwürfe aus freigegebenen Vorlagen erstellen | Antworten aus Vorlagen | Geteilte Vorlagen oder angebundene Tools | Vorlagen mit dynamischen Feldern |
| Unterschriften bis zur Freigabe blockieren | Nicht integriert | Über ein angebundenes Tool | Freigabe-Workflows |
| Elektronische Signaturen einholen | Über ein angebundenes Tool | Über ein angebundenes Tool | SES, AES, eID oder QES nach eIDAS |
| Einen Prüfpfad führen | Über ein angebundenes System | Für Verträge nicht integriert | Jeder Aufruf, jede Bearbeitung und jede Signatur protokolliert |
| Fragen zum gesamten Vertragsbestand stellen | Lieferantenchecks über angebundene Systeme hinweg | Geteilte Dateien oder angebundene Tools | KI-Suche im gesamten Repository |
Auch das Plugin selbst hat Grenzen. Ohne angebundenes Recherchetool kann es Quellen aus dem Gedächtnis zitieren. Öffne deshalb jede Quelle, die es nennt. Ein fehlendes oder hastig geschriebenes Playbook führt zu allgemeinen Antworten. Und derselbe Vertrag kann beim zweiten Durchlauf etwas anders bewertet werden. Teste es deshalb an einem Vertrag, den dein Anwalt bereits geprüft hat.
Was kannst du mit dem Claude legal plugin und fynk zusammen machen?
Wenn fynk mit Claude verbunden ist, arbeitet das Plugin mit den Verträgen, die dein Team tatsächlich verwaltet. In fynk erledigst du die nächsten Schritte. Ein paar Beispiele aus dem Alltag:
1. Einen Lieferanten prüfen, bevor du erneut unterschreibst
Führe /vendor-check für einen Lieferanten aus. Claude geht dann alle Vereinbarungen mit ihm in fynk durch: NDA, MSA und DPA, ihre Vertragsenden und wesentlichen Bedingungen. Du siehst in einer Antwort, ob das neue Geschäft bereits abgedeckt ist.
2. Eine wöchentliche Übersicht der Kündigungstermine erstellen
Frag mit /brief nach den Kündigungsterminen, die in diesem Quartal anstehen. Claude liest die Vertragsenden und spätesten Kündigungstermine, die fynk bereits gespeichert hat. Das Briefing listet so die tatsächlichen Termine mit dem jeweils zugehörigen Vertrag auf.
3. Einen Entwurf prüfen und zur Freigabe weitergeben
Führe /review-contract für den Entwurf der Gegenseite aus, kläre die rot markierten Punkte und verschiebe den Vertrag in fynk in die nächste Phase. Der Freigabeschritt stellt sicher, dass die richtigen Personen zustimmen, bevor jemand unterschreiben kann.
4. Eine NDA-Anfrage in einem Chat beantworten
/triage-nda ordnet eine eingehende NDA ein. Wenn du lieber deine eigene NDA verschicken möchtest, bitte Claude, sie aus deiner freigegebenen Vorlage in fynk zu erstellen, die Gegenpartei einzutragen und sie zur Signatur zu versenden.
5. Fehlende Vertragsdaten ergänzen
Alte Verträge mit leeren Feldern machen jedes Briefing unvollständig. Bitte Claude, die PDFs in fynk zu lesen und Parteien, Daten und Vertragswerte in die passenden Felder einzutragen. So hat der nächste /vendor-check alle Informationen.
Bei Honegger arbeitet Ariste Baumberger aus einem einzigen Claude-Chat heraus mit fynk und seinen anderen Tools:
Der Vorteil von MCP ist, dass wir verschiedene Systeme alle mit Claude verbunden haben. Das heißt, ich kann Claude als meinen zentralen Anlaufpunkt nutzen und von dort auf mein Projektmanagement-System, mein CRM und mein Vertragsmanagement-System zugreifen. Ich nutze nur Claude und muss nicht einmal in fynk, Asana oder Pipedrive gehen.

Wenn du so mit deinen eigenen Verträgen arbeiten möchtest, kannst du fynk kostenlos testen .
FAQ
Ja. Das Plugin ist kostenlos und Open Source. Für die Nutzung in Cowork brauchst du einen kostenpflichtigen Claude-Tarif. Stand Oktober 2026 ist Cowork in Pro, Max, Team und Enterprise enthalten.
Nein. Laut Anthropic sollten die Ergebnisse von zugelassenen Anwälten geprüft werden. Behandle Bewertungen, Änderungsvorschläge, Briefings und Antworten als Entwürfe.
Du kannst damit Informationen aufbereiten und Fragen ordnen. Ein Anwalt sollte aber das Playbook freigeben und die Ergebnisse prüfen, bevor rechtliche Entscheidungen getroffen werden.
Erst wenn du das Playbook gemeinsam mit deinem Anwalt überarbeitet hast. Die Standardeinstellungen folgen US-Recht.
Ja, über einen Claude-Konnektor. Das Plugin ist von sich aus mit keinem Vertragsmanagementsystem verbunden. Der Claude-Konnektor von fynk gibt Claude Zugriff auf deine Verträge, Kerndaten und Termine, innerhalb deiner bestehenden Berechtigungen.
Ja, wenn du einen zentralen Ort für alle Verträge, verbindliche Freigaben, Signaturen und Fristerinnerungen brauchst. Das Plugin prüft und entwirft. fynk verwaltet die Verträge und ihren Lebenszyklus, hat KI integriert und lässt sich mit Claude verbinden.
Nein. Das Legal Plugin bietet fünf allgemeine juristische Befehle. Claude for Legal wurde am 12. Mai 2026 angekündigt und ergänzte 12 Plugins für einzelne Rechtsgebiete sowie Konnektoren zu juristischer Software.
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